Keine Sonne in Mailand. Dafür gut gekleidet durch schlechtes Wetter. Lebensmittelpunkt Mode. Prada, Penner und Espresso. Wunderschön. Einkaufen und sich betrinken oder endlich mal Pizza von der Alle reden. Vorab aber mit der Kreditkarte vor dem gut geputzten Spiegel üben. Für Luxus vom Hotel bis auf die Straße, auf der nur Eugenia bis unter die Haut geht. Mille Grazie. Die ganzen drei Tage, in denen man sich alles sagen kann, weil gebuchte Rückflugtickets für die nötige Leichtfertigkeit sorgen. Dich und deine gefühlvolle Fahrlässigkeit nicht ganz beim Wort nehmen, sondern ganz in Ruhe den inneren Anspruch hochleben […]
MEINEID
Ich muss hier raus! Weil sich gerade eine Gruppe kaufkräftiger Chinesen mitten in meinem Zimmer über neue Wandfarbe unterhalten hat, während ich noch nicht einmal wusste, welches Boxershort ich heute überhaupt tragen möchte. Ein ganzes Apartment schneller gekauft, als du Gentrifizierung sagen kannst. Guten Morgen. Von einem Viertel ins Nächste. Doch draußen ist immerhin Frühherbst! Ein langer Moment, in dem du den Sommer zu schätzen weißt, weil dir der Herbst zeigt, wie es ohne ihn sein wird. Klare Luft, verwelkte Blätter, du weißt, selbst wie Herbst aussieht. 18 Grad, die fast bereit sind für Handschuhe, weil man sich im Leben leider an alles gewöhnt. Die sonnigste Sonne, die gesündeste Gesundheit, die auffälligste Freundin. An eine gut gelaunte Vielfalt verschiedenster Nationalitäten, die hier in kultureller Eintracht leben und sich wundern, warum dass der Rest Europas nicht kann. Lissabon ist ein (von-überall) Herkunftseldorado, verteilt auf wunderschöne Plätze. Ob verliebt, verlobt oder verlassen. Das ist eine Devise! Lieber obdachlos hier, als mit vier Wänden und ohne Ausblick woanders. Davon singt schon der Fado! In Melodien gefasste Minderwertigkeitskomplexe eines stolzen Seefahrerstaates und sein gedemütigter Hochglanz. Man muss sich schon nah sein, aber stets dem Nächsten am nächsten. Ja, wir klagen auf hohem Niveau und Europa ist ein tolles Pflaster. So voller Prada, Penner und Espresso. Zumindest fehlt es mir immer, wenn ich zu weit weg bin, aber wie man Zäune baut und sich dabei weltmännisch fühlt, muss mir mal jemand erklären. Genauso wie gut geplante Improvisation und warum Italienrinnen immer ein abgepacktes Stück Parmesan im Handgepäck tragen! Ein ganzes Land genau mein Typ! Manchmal sieht man hier den Wald vor lauter schönen Frauen nicht und manchmal nimmt mir eine von ihnen rigoros den Wind aus der hart arbeitenden Performance. Denn allein die Pflege meines Zimmerfarns ist schon Aufwand genug und das Ding wohl das teuerste, was ich je besessen habe, bedenke man seinen eigentlichen Nutzen. Man kann ihn anschauen, hin […]